Neue Dokumente zur Geschichte der SEW
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Wozu diese Website?

Die Sozialistische Einheitspartei Westberlins (SEW) ist tot. 1990 gab sie ihren Namen auf, wenig später ihre Existenz (siehe Zeittafel). Warum sollte man sich also noch mit ihr beschäftigen? Drei Gründe seien hervorgehoben:

  • Die SEW war ein Unikat unter den politischen Parteien in Westberlin. Finanziert und gelenkt von der SED, wirkte sie in einem Umfeld, das ihr zumeist feindlich gegenüberstand. Trotzdem gelang es der SEW, Massen zu mobilisieren und Einfluss auf die politischen Kräfte in Westberlin auszuüben. Als Beispiele seien hier die Maidemonstrationen nach 1968 oder die Friedensbewegung der 1980er Jahre genannt.
  • Im Unterschied zu CDU, SPD und FDP wurde die SEW nie in den Korruptionssumpf der Frontstadt hineingezogen.
  • Wenn es um die Verhältnisse in Westberliner Betrieben ging und die Interessen der DDR nicht berührt wurden, trat die SEW für eine aktive Lohnpolitik, für sichere Arbeitsplätze, für Mitbestimmung und Kontrolle durch die Arbeitenden ein. Gewerkschaftliche Forderungen waren für die SEW der Ausgangspunkt für weiter gehende Forderungen.

Woher neue Dokumente?

Als die SEW in den selbst gewählten Untergang marschierte, ließ die Parteiführung alle Archive vernichten: nicht nur die Mitgliederkartei, sondern auch sämtliche Sitzungsprotokolle von SEW-Gremien. Die Partei vernichtete damit ihr eigenes Gedächtnis. Diese Website will einen Beitrag leisten, um dieses Gedächtnis wenigstens teilweise zu rekonstruieren. Quellen dafür sind die nach 1990 geöffneten Archive von Parteien und Massenorganisationen der DDR, das Landesarchiv und andere öffentlich zugängliche Archive. In ihnen lagern Dokumente aus der SEW selbst sowie Schriftstücke über die SEW. In den von der SED gesammelten und ab 2001 vollständig erschlossenen Unterlagen zu ihrer Westarbeit finden sich Schriftstücke zu allen wichtigen innerparteilichen Entscheidungen der SEW. Sie werden hier dokumentiert. Das soll helfen, Entscheidungen und Anweisungen zu verstehen, die seinerzeit für die Parteibasis undurchschaubar waren.

Wie benutzen?

Zur Navigation dienen die Schaltflächen in der linken Box »Inhalt«. Zwei Doppelpunkte vor dem Verzeichnisnamen weisen darauf hin, dass zu einem Verzeichnis noch weitere Unterverzeichnisse gehören. Im Verzeichnis »Archive« sind die Dokumente nach Archiven und Akten geordnet. Im Verzeichnis »Themen« sind die Dokumente thematisch geordnet. Auf der »Fotoseite« sollen bisher unveröffentlichte Fotos publiziert werden. Die »Meinungsseite« bietet die Möglichkeit, einen Meinungsbeitrag direkt an den Autor der Website zu senden. Zur Suche nach Themen und Begriffen gibt es eine Suchmaschine im »Suchen«-Verzeichnis. Im »Bücher-Verzeichnis« werden Bücher aufgelistet, die sich mit der SEW und ihrem Umfeld beschäftigen.

Was fehlt?

Nicht alle Archive sind geöffnet. So fehlen Informationen über die Einflussnahme des Westberliner Senats und seiner untergeordneten Dienststellen auf die Tätigkeit der SEW.

Aus zeitlichen Gründen war es nur in den wenigsten Fällen möglich, zu jedem Dokument einen Kommentar zu schreiben, der Informationen zum behandelten Thema und zu den behandelten Personen gibt. Das sei einer künftigen wissenschaftlichen Arbeit vorbehalten. Auf der Meinungsseite ist Gelegenheit, eine Vorarbeit zu leisten. Überhaupt lebt diese Website von der Mitarbeit ihrer Benutzer/-innen.


Letzte Aktualisierung: 26.02.2013